Die Schnabelwale - Zifios

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Schnabelwale (Ziphiidae) gibt es - wie übrigens auch die Pottwale - bereits seit 22 Millionen Jahren ! Früher hatten sie noch viele Zähne, aber im Laufe der Evolution - und ihrer Vorliebe für Tintenfische - blieben ihnen nur zwei Zähne im Unterkiefer übrig, die bei den Männchen manchmal wie die Zähne eines Wild-Ebers aus dem Maul herausragen. Von den weltweit insgesamt 18 verschiedenen Arten von Schnabelwalen sind vier Arten regelmäßig vor Gomera anzutreffen:

1. Der Zweizahn-Wal - Zifio de Sowerby
(Mesoplodon bidens)

Warum der ausgerechnet der "Zweizahn-Wal" (richtiger: "Sowerby's Zweizahnwal") so heißt, wo doch schließlich alle Schnabelwale zwei Zähne haben) ist nur historisch zu begründen. Der englische Maler James Sowerby entdeckte 1804 am Moray Firth in Schottland einen gestrandeten Wal mit zwei Zähnen. Und weil nie jemand vorher einen solchen Wal beschrieben oder gezeichnet hatte, bekam dieser Schnabelwal den Namen seines Entdeckers. Erst viel später wurde entdeckt, dass es sich bei Sowerby's Zweizahnwal um eine Art der Gattung Schnabelwale handelte.

Der Zweizahnwal wird bis etwas über 5 m groß, ist auf See kaum von anderen Schnabelwalen zu unterscheiden und scheint kühlere Meere und küstenferne Gewässer zu bevorzugen.

2. Der Entenwal - Zifio boreal
(Hyperoodon ampullatus)

Als "tödlichen Fehler" beschreibt der Kanadier Erich Hoyt in seinem "Whale Watcher's Handbook" die furchtlose Neugier, mit der sich der Entenwal oft Menschen und Booten nähert. Vor allem die Norweger haben nämlich (und tun es offenbar immer noch !) diese Zutraulichkeit ausgenutzt, um die Tiere in Massen abzuschlachten. Einen weiteren "tödlichen Fehler" beschreiben Stephen Leatherwood und Randall R.Reeves in ihrem Buch "Whales and Dolphins". Demnach lässt eine Entenwal-Gruppe niemals ein verwundetes Tier zurück, sondern bleibt bei ihm bis zu seinem Tode. So konnten die Walfänger leicht eine ganze Gruppe von bis zu 30 Entenwalen dadurch ausrotten, dass sie ein verletztes Tier zunächst einfach hilflos im Wasser ließen.

Der Entenwal - vor allem das Männchen - hat eine stark gewölbte "Denkerstirn" und darunter einen Schnabel, der an einen Delfin erinnert. Er wird 8 bis 10 m groß und ist von brauner oder grauer Färbung. Ältere Männchen erkennt man an vielen Narben und Kratzspuren. Außerdem scheint die Farbe am Kopf mit zunehmendem Alter ein wenig zu verblassen. Entenwal-Männchen werden - ganz wie wir Menschen - mit zunehmendem Alter eben grau.

Entenwale wandern in Gruppen von 5 bis 15 Tieren. Zu bestimmten Jahreszeiten scheinen sich die Weibchen und die Männchen zu trennen, (warum, das weiß man noch nicht) um später wieder zusammenzufinden.

Entenwale können über eine Stunde lang tauchen. Sie ernähren sich von Seesternen, Fischen, Kalamaren und allen möglichen Kriechtieren auf dem Meeresgrund.

3. Der Blainville-Schnabelwal - Zifio de Blainville
(Mesoplodon densirostris)

Bis über die Stirn hinaus können die beiden "Hauer" des männlichen Blainville-Schnabelwals ragen - das sieht oft fast so aus, als würde dieses Tier Hörner haben. Daran ist er dann auch leicht zu erkennen.

Der Körper ist dunkelgrau und meist über und über mit hellen Flecken übersät. Bis etwa 4,5 m lang. Er bevorzugt küstenferne Gewässer - aber vor Gomera kommt er oft bis auf weniger als 5 Meilen an die Insel heran und ist so auch auf Whale-Watching-Fahrten relativ häufig zu beobachten.

Studenten der Universität Bremen gelangen vor Gomera Beobachtungen von säugenden Schnabelwalen, die als weltweit einmalig gelten. Und selbst für die wissenschaftlichen Institute der anderen Kanarischen Inseln sind die Gewässer vor Gomera - ganz besonders im Hinblick auf die Erforschung von Schnabelwalen - neuerdings von außerordentlichem Interesse.

4. Der Cuvier-Schnabelwal - Zifio común
(Ziphius cavirostris)

Die Japaner nennen ihn "Babyface" (Akabo kujira), weil er wirklich ein "kindliches Gesicht" hat. Er wird bis 7 m groß, und ausgewachsene Männchen erkennt man leicht an ihrem weißen Kopf und den beiden vorstehenden Unterzähnen.

Cuvier-Schnabelwale sind gelblich-hellbraun, in der Sonne schimmern sie oft rötlich. Ansonsten ist noch sehr wenig über diese Spezies bekannt. Gesichtet werden sie vor Gomera relativ häufig einzeln oder in Gruppen bis zu 10 Tieren.

5. Der True-Schnabelwal - Zifio de True
(Mesoplodon mirus)

6. Der Gervais-Schnabelwal - Zifio de Gervais
(Mesoplodon europaeus)

Die kleinen Zahnwale

Rein wissenschaftlich gesehen gehören die kleinen Zahnwale zur Familie der Delfine (Delphenidae). Schwert- und Grindwal sind so eigentlich eher Delfine als Wale. Warum die Herren Zoologen das so eingeteilt haben, wollen wir ihnen überlassen. Es gibt durchaus Experten, die diese Einteilung infrage stellen.

Vor Gomera gibt es zwei Gruppen von kleinen Zahnwalen mit jeweils zwei verschiedenen Arten: Die Schwertwale oder Orcas, zu denen auch der "falsche" oder "kleine" Orca gehört; und die Grind- oder Pilotwale mit den Arten "gewöhnlicher" oder "Langflossen- und "indischer" oder Kurzflossen-Grindwal .

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