3 Familien mit insgesamt 15 Arten kommen um Gomera herum vor: Pottwale (Physeteridae), Schnabelwale (Ziphiidae) und Delphinidae (Delfine und andere kleine Zahnwale)
1. Der Pottwal - Cachalote
(Physeter macrocephalus)
Jahrhunderte lang wurden Pottwale in allen Meeren der Welt gejagt. Dabei ging es den Waljägern nicht um das Fleisch der Tiere, sondern in erster Linie um das "Spermöl", das sich in einem riesigen Behälter (Pott) im Kopf der Tiere befindet. Das Öl wurde zunächst als Leuchtöl für Lampen, später als Schmiermittel für die Industrie verwendet und galt - aufgrund seiner hervorragenden Qualität - als flüssiges Gold.
Ein weiteres, sehr gewinnbringendes Material war Amber oder Ambergris, eine geschwulstartige Masse im Darm des Pottwals, die zur Herstellung von Parfums und Duftstoffen diente. Selbst die beachtlichen Zähne, von denen der Pottwal etwa 50 (nur im Unterkiefer !) besitzt, wurden früher kunstvoll graviert und als sogenannte "Scrimshaws" - hauptsächlich in den USA - verkauft, wo sie noch heute in Museen ausgestellt werden.
Aber trotz der gnadenlosen Jagd konnten sich Pottwale vor der totalen Ausrottung retten. In den 80er Jahren gab es immerhin noch über 400.000 Tiere auf der südlichen und über 300.000 Tiere auf der nördlichen Halbkugel.
Pottwale haben einen großen, eckigen Kopf, der vorn eine gerade Linie zwischen Oberlippe und Stirn bildet. Diese Linie ist so hoch wie ein ausgewachsener Mann. Über 1,80 m. Aber wenn man sie im Meer sieht, dann ist ihr weitaus größter Teil unter Wasser. Über die Wasseroberfläche ragt nur eine dunkle, unförmige Masse, die wie eine schwimmende Zigarre aussieht.
Am besten kann man Pottwale an ihrem Blas erkennen. Der geht nämlich nicht - wie bei anderen Walen - senkrecht in die Luft, sondern immer schräg nach vorn links. Das liegt an der Tatsache, dass das Blasloch des Pottwals nicht mitten auf dem Kopf sitzt, sondern seitlich nach links und nach vorn verschoben ist.
Pottwal-Männchen werden bis 18 m lang. Weibchen etwas über 11 m. Bei Geburt sind sie 3,5 bis 4,5 m lang. Ihr Gewicht beträgt bis zu 58 Tonnen.
Ihr "gesellschaftliches Leben" ist vielschichtig organisiert. Junge Männchen reisen in großen Gruppen von bis zu 50 Tieren. Werden sie älter , dann legen sie sich einen "Harem" von bis zu 10 Weibchen zu, was durchaus nicht immer ohne Kämpfe mit älteren Bullen zu bewerkstelligen ist. Wird so ein älterer Bulle dann weggebissen, so reist er fortan allein oder in Gesellschaft anderer "Leidensgenossen". Da Pottwale über 70 Jahre alt werden können, sind die "reisenden Rentner" unter ihnen eine durchaus nicht unerhebliche Minderheit.
2. Der Zwerg-Pottwal - Cachalote pigmeo
(Kogia breviceps)
Er wird kaum größer als 3 m, ist dunkelgrau mit etwas hellerem Bauch, hat einen "stubsnäsigen" Kopf und lebt hauptsächlich von Kalamar, Sepia, Krebsen, Krabben und kleinen Fischen.
Nach einer elfmonatigen Tragzeit werden die Jungen im Frühjahr geboren und messen bei ihrer Geburt 1,2 m. Ausgewachsen sind sie bis 3,7 m und haben dann ein Gewicht von etwas über 400 kg.
Es ist noch sehr wenig bekannt über den Zwergpottwal. Auch hier, vor Gomera, wurde er in jüngster Zeit erst ein einziges Mal gesichtet. Was aber nichts heißen soll, denn Whale-Watching vor Gomera ist erst wenige Jahre alt.
Von einer weiteren Zwerg-Pottwal-Art, dem Cachalote enano (Kogia simus), wird uns aus Teneriffa berichtet. Diese Art, über die noch sehr wenig bekannt ist, und die überwiegend weitab von allen Küsten auf dem offenen Ozean leben soll, unterscheidet sich offensichtlich jedoch nur sehr wenig von der Art breviceps.