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Wale & Delfine vor La Gomera

Dass es in den Gewässern um Gomera herum viele Delfine gibt, das wussten schon die Guanchen, die Ureinwohner der Insel. Wie der italienischer Entdecker Leonardo Torriani bereits 1590 in seiner "Beschreibung der Kanarischen Inseln" berichtet, sangen die Ureinwohner Gomeras ein Lied über Delfine, "die sich vor Liebeslust verzehren".

Dass es vor Gomera aber auch überdurchschnittlich viele verschiedene (und zum Teil sogar recht seltene) Wale gibt, das wissen wir erst, seit es hier systematische Tierbeobachtungen gibt. Seit der Club de Mar Valle Gran Rey mit Meeresbiologen und engagierten Tierschützern regelmäßig zu den großen Meeressäugern hinausfährt, wissen wir auch, welche Wale sich hier vor der Insel herumtreiben. Und beinahe jedes Jahr entdecken wir neue Arten. So dauerte es beispielsweise zehn Jahre (von 1989 bis 1999) bevor wir hier zum ersten Mal Blauwale entdeckten. Wahrscheinlich waren das die ersten Exemplare dieser - durch menschliche Gier fast ausgerotteten - Spezies, die überhaupt in den Gewässern der Kanarischen Inseln gesichtet wurden.

Die Dokumentation dieser Sichtungen (festgehalten auf Fotos und Video) kamen denn auch international einer kleinen wissenschaftlichen Sensation gleich.

Für alle, die sich noch einen natürlichen Sinn für die Faszination freilebender Meerestiere bewahrt haben, veröffentlichen wir nachfolgend eine Zusammenstellung aller großen Meeressäuger, die Sie vor unserer Insel (wenn Sie Glück haben natürlich) sehen können.

Wale sind Säugetiere, die vor vielen Millionen Jahren - aus Gründen, die niemand weiß - vom Land zurück ins Wasser gingen. Manche von ihnen sind riesig groß. Viel größer, als es zum Beispiel die Dinosaurier jemals waren. (Allein die Zunge eines Blauwals wiegt mehr als ein ausgewachsener Elefant !)

Zoologisch unterscheidet man Wale in zwei große Gruppen (Unterordnungen) : Die Barten- und die Zahnwale. Diese Gruppen werden dann in "Familien", die Familien wiederum in Arten oder Spezies unterteilt.

Bei den Bartenwalen interessiert uns nur die Familie der sogenannten Furchenwale (Balaenopteridae), weil nur 5 Arten dieser Familie bisher vor Gomera eindeutig identifiziert werden konnten - und zwar Blauwal, Finnwal, Bryde-Wal, Seiwal und Zwergwal (Mink-Wal). Es mag hier gelegentlich auch noch andere Arten von Bartenwalen geben, aber wir wissen es (noch) nicht.

Vielfältiger ist das Vorkommen der Zahnwale. Da lassen sich 15 Arten der Familien Pottwale (Physeteridae), Schnabelwale (Ziphiidae) und Delphinidae (Delfine und kleine Zahnwale) beobachten. Außer den eigentlichen Pottwalen (Physeter catodon) gibt es hier auch den Zwergpottwal (Kogia breviceps). Aus der Familie der Schnabelwale gibt es hier den nördlichen Entenwal, den Cuvier-Schnabelwal, den Blainville-Schnabelwal und den Sowerby-Zweizahnwal. Aus der Familie der Delphiniden: Den Schwertwal oder Orca, den Kleinen Schwertwal (Pseudorca crassidens), die Grindwale (gewöhnliche und indische),den gewöhnlichen Delfin, den Grossen Tümmler, den Rundkopf-Delfin, den Streifen-Delfin und den Rauhzahn-Delfin. Insgesamt gibt es vor Gomera also 20 verschiedene Arten von Meeressäugern zu beobachten.