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Die Ausfahrten

Der Club de Mar macht Delfin- und Walbeobachtungsausfahrten mit kleinen Fischerbooten.

Wir fahren jeden Tag mit einer unterschiedlichen Zahl von Booten vormittags von 10.00 Uhr bis ca. 14.00 Ihr und bei Nachfrage auch nachmittags von 16.00 bis ca. 20.00 Ihr. Die Preise bitte aktuell erfragen.

Wir beobachten bei diesen Ausfahrten sehr oft Delfine und Wale in ihrer natürlichen Umgebung. Aber natürlich nicht - wie mancher meint - jeden Tag und auf Bestellung. Auch springen die Delfine vor Gomera durch keinen Ring, die Schwertwale lassen sich nicht streicheln, und man kann auch nicht - wie sich das neulich eine ältere Dame vorgestellt hatte - ein bisschen auf einem Wal reiten. Die Tiere, die da draußen auf dem Meer zuhause sind, sind keine Touristen-Attraktion. Sie sind weder dressiert, noch werden sie gefüttert. Es ist nicht einmal sicher, dass man bei einer Ausfahrt überhaupt ein Tier zu sehen bekommt. Wer vor Gomera auf Wal- oder Delfin-Fahrt geht, der sollte das möglichst ohne Erwartungshaltung tun.

"Wenn wir draußen eine Schule riesiger Pottwale gesehen haben," erzählt Capitano Claudio, "dann stehen am nächsten Morgen die Leute Schlange vor dem Laden. Wollen alle Pottwale sehen. 'Hättet ihr gestern kommen müssen,' sage ich dann. 'Gestern wussten wir ja noch nicht, dass es da draußen Pottwale gibt.' Wir auch nicht ... aber heute sind die wahrscheinlich schon längst in Afrika." Und weil niemand weiß, wann, wo und ob draußen gerade Wale oder Delfine zu sehen sind, muss man einfach rausfahren und das Meer so erleben, wie es sich an diesem Tage nun mal gerade zeigt. Andererseits kann man beruhigt sagen, dass sich in 80% aller Fälle Meerestiere draußen zeigen. Nicht immer Wale, nicht immer Delfine, nicht immer große Meeresschildkröten, nicht immer Haie, Marline oder andere Großfische - aber die eine oder andere oder manchmal gleich mehrere Arten zur gleichen Zeit bekommt man in aller Regel schon zu sehen.

Noch - sollte man hinzufügen, denn wer weiß, wie lange wir Menschen noch brauchen, bis auch der letzte Wal geschlachtet, in Treibnetzen verendet, für tierquälerische Delphinarien gefangen oder durch die Verunreinigung der Meere eingegangen ist. Zwar haben sich die meisten Nationen der Welt im Jahre 1982 endlich ein internationales Walfang-Verbot abgerungen, aber "Greenpeace" stellte schon drei Jahre später fest, dass Japan, Norwegen und die UDSSR unter Missachtung des Moratoriums weiterhin Wale fingen. Auf den, zu Dänemark gehörenden Färöer-Inseln werden auch heute noch Jahr für Jahr Grindwale in großer Zahl abgeschlachtet. Auch Island setzt den Walfang unter dem Deckmantel der Wissenschaft fort. 14.000 Wale wurden inzwischen "zu wissenschaftlichen Forschungszwecken" getötet. Japan hat in den letzten 6 Jahren 6.700 Wale umgebracht und macht zudem verstärkt Jagd auf Delfine.

Und unsere europäischen Nachbarn ? Die fangen (außer Norwegen, Island und Dänemark) zwar keine Wale mehr, aber dafür rüsten sie ihre Fischereiflotten mit tückischen Treibnetzen aus, in deren Maschen die Meeressäuger regelrecht "ertrinken". 600 italienische Schiffe fahren jedes Jahr im Mittelmeer zum Schwertfisch-Fang aus - aber nur 18 % der Tiere, die sie mit ihren Netzen töten, sind Schwertfische. 82 % - darunter allein 8.000 Streifendelphine pro Jahr - sind sogenannter "Beifang". Tiere, die tot oder schwerverletzt einfach wieder ins Meer gekippt werden.

Auf den Kanaren gibt es - Gott sei Dank - nichts dergleichen. Keinen Walfang, keine Netz-Fischerei, keine nennenswerte Wasserverschmutzung. Meeressäuger sind hier streng geschützt. Begegnungen mit ihnen gesetzlich geregelt.

Der Club de Mar Valle Gran Rey, der mit internationalen Tierschutz-Organisationen eng zusammenarbeitet, engagiert sich für die Wale und Delfine und möchte auch Sie, wenn Sie als Gast an einer Wal- oder Delfinfahrt des Clubs teilnehmen, für die kleinen und großen Meeressäuger begeistern und für den Schutz dieser Tiere gewinnen.